Hypoxie, neue Therapiewege

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Jeden Monat treffen wir Akteure des Gesundheitsökosystems und beleuchten die innovativen Projekte, die die Medizin von morgen ausmachen. Heute trafen wir Volker Spiegel, den Erfinder und Gründer des Unternehmens LOXY. Die Firma hat sich auf die Entwicklung und den Einsatz von Hypoxie-Atmosphären spezialisiert. Das Unternehmen, das seit diesem Frühjahr auf dem Gelände von SpArk (Sion) angesiedelt ist, hat sich zum Ziel gesetzt, neue Therapien zu entwickeln, welche das Potenzial der Hypoxie -Atmosphären nutzt. Damit eröffnet sich ein neues erfolgversprechendes Einsatzgebiet für einen besseren Gesundheitshorizont für Millionen von Menschen.

Das Unternehmen greift zurück auf ein hohes Erfahrungspotential seit 1985. Die Einsatzbereiche der Schlüsseltechnologie haben sich weit über den Spitzensport hinaus entwickelt. Sie schließen heute die Medizin, Hotellerie, hochwertige Wohnresidenzen sowie Sondereinsatzbereiche mit ein, wie den Pferderennsport und das Militär.

Der Gründer, Dr.h.c. Volker Spiegel, stellt das Potenzial dieser neuen Technologie und seine Vision für die Entwicklung seines frisch im Wallis angesiedelten Unternehmens vor.

Stellen Sie sich bitte kurz vor

Ich bin jetzt 59, verheiratet und habe eine erwachsene Tochter. Mein beruflich historischer Hintergrund kommt aus dem Spitzensport. Ich habe Sportwissenschaft studiert und mich dort u.a. auch im Bereich des Höhentrainings / Physiologie spezialisiert. Bevor ich mein erstes Technologieunternehmen aufgebaut habe, war ich über drei Olympiazyklen lang als Cheftrainer im Volleyball Damen Bereich tätig, u.a. für die Nationalmannschaft der Frauen, die Vereinigung beider deutscher Nationalteams und bis 1999 als Bundesligatrainer. Dies schloss immer auch die Verantwortung für die körperliche Fitness mit ein.  

Der Gründer von LOXY, Dr.h.c. Volker Spiegel

Zu dieser Zeit nutzten wir das Höhentraining regelmäßig. Aus biologischer Sicht reagiert jeder Organismus unterschiedlich auf die Höhe. Auch aus diesem Grund ist die Trainings- und Belastungssteuerung in der Höhe immer eine große Herausforderung. Wenn Sie zum Beispiel in einer Höhe von 2500m trainieren, ist dies für einige vielleicht genau die richtige Höhe, für andere zu gering und wieder andere benötigen eine größere Höhe um die optimalen Anpassungen zu erreichen.

Wie hat das Abenteuer „LOXY“ begonnen?

Um genau diese Limitierungen zu verlassen und die Bedingungen zu optimieren war es mein Traum einen technischen Weg zu finden, welcher ermöglicht Höhenklima stufenlos aufbauen zu können, ohne den Luftdruck zu senken.

Den Weg also umzudrehen. Nicht in die Höhe reisen zu müssen, sondern die Höhe zu uns zu holen, ins Flachland. 

Im Jahr 2000 entschied ich mich meine Karriere als Trainer zu unterbrechen und habe zwei Jahre lang zu Hause und mit Freunden aus der Industrie daran gearbeitet, eine solche Möglichkeit zu finden.

Im Dezember 2002 war der Prototyp fertig und wurde patentiert. Angesichts des Potenzials gründete ich vor 20 Jahren in Deutschland ein Technologie Unternehmen und entschied mich zum Wechsel der Tätigkeit vom Trainer hinüber zum Unternehmer.  Aus der Technologie LOWOXYGEN System heraus hat sich die Dachmarke LOXY entwickelt.

Im Mittelpunkt stand anfangs zunächst die Errichtung von Bereichen im bekannten Einsatzbereich Spitzensport.

Dann, im Jahr 2006, nahm die Zukunft von LOXY eine Wende. Ein Abend, an dem ich Persönlichkeiten aus dem medizinischen Bereich kennenlernte, darunter Prof. Detlev Ganten, Direktor der Berliner Universitätsklinik Charité und dekorierter Molekularmediziner, bestärkten mich in dem Potenzial dieser Technologie für die Medizin. Sie sagten: „Wenn deine Darlegungen über die Technologie stimmen, dann ist dies ein Meilenstein für die Lösung vieler Gesundheitsprobleme“.  Also begannen wir den Einsatz der Technologie für die Medizin voranzubringen, ebenso die Einsatzmethodik.

Gibt es noch andere Anwendungsbereiche für diese Technologie?

Heute sind wir über mehrere Anwendungsbereiche hinweg aktiv. Der Spitzensport war unser erster Entwicklungsmarkt. Danach haben wir uns diversifiziert. Auch in die Hotellerie, in SPA und  Wellnessbereiche.  Wir haben auch Aufträge für Höhenklimabereiche zum Training von Pferden in den UAE/GCC. Im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes bietet die Technologie ebenfalls Potential. Denn in einer Atmosphäre mit Sauerstoffminderung kann kein Feuer ausbrechen, wenn es nur noch 14,5 Vol.O2 oder weniger sind.  Das ist ideal für die Aufbewahrung von Kunstwerken zum Beispiel. Darüber hinaus haben auch Bereiche gebaut und in Planung für Spezialeinheiten und Piloten.

Was sind die nächsten Schritte in der Entwicklung von Loxy?

Derzeit sind Sport und Medizin unsere Schwerpunktbereiche. 2019 war ein Höhepunkt für die Entwicklung unserer Technologie in der Medizin. Denn in diesem Jahr wurde der Nobelpreis für Medizin für Arbeiten über die Mechanismen verliehen, mit denen sich Zellen an Veränderungen ihrer Sauerstoffversorgung anpassen. Das Potenzial der Hypoxie als therapeutischer Weg wurde dadurch gestärkt. Derzeit laufen die Vorbereitungen für Forschungsarbeiten, um die therapeutischen Vorteile der Hypoxie, insbesondere bei Diabetes Typ II, Lungenerkrankungen (einschließlich der Folgen von Covid) und Krebs weiter zu validieren.

Warum haben Sie sich für den Sitz Ihres Unternehmens im Wallis entschieden?

Unser Ziel ist es heute bis 2024/2025 neue therapeutische Konzepte, die Hypoxie (variable Höhenklimaatmosphären) nutzen, zu validieren und über Kooperationen mit Kliniken und Universitäten zum fertigen Produkt zu entwickeln.  Sion soll einmal DAS Kompetenzzentrum werden für Hypoxie-gestützte Therapien in der Schweiz und International.

Aus diesem Grund haben wir uns für den Standort SpArk in Sion entschieden, wo wir einen 100m² Hypoxie-Raum bauen konnten, der nun für weitere Projekte bereit ist, und um von der Dynamik des Ökosystems S.M.A.R.T. zu profitieren Confluence zu nutzen.

In den nächsten Monaten arbeiten wir an einer Studie mit, die von der Universität Lausanne ins Leben gerufen wurde, um herauszufinden, wie sich Frauen in Abhängigkeit von der Phase ihres Menstruationszyklus an die Höhe anpassen. Dem werden im Herbst erste Studien folgen zur Therapieentwicklung gegen Diabetes Typ 2 sowie für Atemwegserkrankungen und Personen mit verminderter Lungenfunktion nach COVID.

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